„Ihr arbeitet ja nur 22 Stunden …“
„Ihr arbeitet ja nur 22 Stunden …“ – ein Satz, den wohl viele Lehrerinnen und Lehrer schon einmal gehört haben. Doch wie viel Arbeit tatsächlich hinter dem Lehrerberuf steckt, bleibt für Außenstehende oft unsichtbar.
Die Unterrichtsstunden sind nur ein Teil des beruflichen Alltags einer Lehrkraft. Denn bevor eine Unterrichtsstunde beginnt und nachdem die Kinder das Klassenzimmer verlassen haben, gibt es zahlreiche Aufgaben zu erledigen.
Unterricht beginnt lange vor der ersten Stunde
Guter Unterricht braucht Vorbereitung. Lehrkräfte planen ihre Stunden, erstellen Unterrichtsmaterialien, überlegen sich passende Methoden und berücksichtigen dabei die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler. Besonders die individuelle Förderung und Differenzierung erfordern Zeit, Kreativität und pädagogisches Geschick.
Nach dem Unterricht geht die Arbeit weiter: Hefte und Aufgaben werden korrigiert, Lernfortschritte überprüft und Rückmeldungen gegeben. Dabei geht es nicht nur darum, Fehler zu verbessern, sondern auch darum, die Entwicklung jedes einzelnen Kindes im Blick zu behalten und die nächsten Lernschritte zu planen.
Individuell fördern und begleiten
Jedes Kind bringt unterschiedliche Stärken, Interessen und Bedürfnisse mit. Manche benötigen zusätzliche Unterstützung, andere brauchen neue Herausforderungen. Lehrkräfte versuchen täglich, diesen unterschiedlichen Voraussetzungen gerecht zu werden und allen Kindern bestmögliche Lernchancen zu ermöglichen.
Dabei geht ihre Verantwortung weit über die Vermittlung von Wissen hinaus. Sie hören zu, trösten, ermutigen, schlichten Konflikte und schaffen eine Lernumgebung, in der sich Kinder wohlfühlen und entwickeln können.
Kommunikation, Organisation und Verwaltung
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Lehrerberufs ist die Zusammenarbeit mit Eltern, Kolleginnen und Kollegen sowie weiteren schulischen Einrichtungen. Elterngespräche, Telefonate, E-Mails, Teamsitzungen und Konferenzen gehören ebenso zum Alltag wie die Planung von Schulveranstaltungen, Ausflügen und Projekttagen.
Hinzu kommen zahlreiche organisatorische und administrative Aufgaben: Förderpläne erstellen, Beobachtungen dokumentieren, Zeugnisse verfassen, Listen führen, Termine koordinieren und vieles mehr. Auch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sind notwendig, um den vielfältigen Anforderungen des Schulalltags gerecht zu werden.
Lehrkraft sein endet nicht mit dem Läuten
Natürlich stehen Lehrkräfte einen wesentlichen Teil ihrer Arbeitszeit direkt vor der Klasse. Doch die tatsächliche Arbeitsleistung lässt sich nicht allein an der Anzahl der Unterrichtsstunden messen.
Gerade die vielen Tätigkeiten außerhalb des Klassenzimmers sind entscheidend dafür, dass guter Unterricht gelingt und Schülerinnen und Schüler bestmöglich begleitet werden können.
Mit unserem Beitrag möchten wir auf diese oft unsichtbaren Leistungen aufmerksam machen und zeigen, wie vielfältig und verantwortungsvoll der Lehrerberuf ist. Denn eines ist klar: Lehrkraft sein bedeutet weit mehr als Unterricht zu halten. Es bedeutet, Kinder auf ihrem Bildungsweg zu begleiten, sie zu stärken und jeden Tag Verantwortung für ihre Entwicklung zu übernehmen. Als CLV-FCG setzen wir uns dafür ein, dass diese wertvolle Arbeit gesehen, anerkannt und durch entsprechende Rahmenbedingungen unterstützt wird. Lehrkraft sein endet nicht mit dem Läuten. Deine Arbeit zählt! 🧡










Bildnachweis: Foto von Nathan Cima auf Unsplash